Hinter
uns liegen zwei aufregende Wochen. Vor zwei Wochen ist eine 24-köpfige
Besuchergruppe aus Bocholt angekommen. Es war eine bunte und
sympathische Gruppe, die gekommen war, um verschiedene Aktionen an der
Schule durchzuführen.
Aber
bevor es mit der Arbeit losging, hatten sie natürlich auch die
Möglichkeit, das Land näher kennen zu lernen. Auf ihrem ersten Ausflug
nach Jinja durften wir sie begleiten.
Dort
waren wir zunächst im Mabira Forrest, dem zweitgrößten Regenwald in
Uganda. Der Wald hat seinem Namen alle Ehre gemacht, denn während
unseres Ganges durch die grüne und undurchdringliche Pflanzenwelt fing es
wie aus Kübeln an zu schütten. Aus diesem Grund haben wir jedoch kaum Tiere gesehen. Kurze Zeit später schien auch schon wieder die Sonne und wir
haben uns auf den Weg zur zweiten Station für diesen Tag gemacht, der
Nilquelle. In Jinja entspringt der Nil, der längste Fluss der Welt. Die
Natur dort ist wunderschön. Mit dem Boot sind wir dann zu der Stelle
gefahren, die offiziell als der Ursprung des Nils zählt und durch das
knöcheltiefe Wasser bis zur Quelle gewatet. Ein sehr gelungener Tag!
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Die Bootsfahrt auf dem Nil! |
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Wir beide bei der offiziellen Quelle des Nils! |
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Das Nile (Das beste ugandische Bier) |
Natürlich
stand nicht nur Vergnügen auf dem Programm, an der Schule gab es eine
Menge zu tun. Hauptaufgabe war der Bau der neuen Toilette, einer
Trenntoilette, bei der die Ausscheidungen getrennt und hinterher als
Pflanzendünger verwendet werden. Deutsche und Ugander arbeiteten Hand in
Hand und sind der Fertigstellung der Toiletten ein großes Stück näher
gekommen.
Gleichzeitig
haben etliche Frauen an der Einrichtung der Nähschule geholfen. Die
Nähmaschinen wurden in dem neuen Gebäude aufgestellt und schon bald gab
es kleine Lerngruppen mit Schülern und Lehrern, die interessiert und
eifrig schon kleine Übungen an den Maschinen machten und nach und nach
den Umgang mit den Nähmaschinen lernten.
Die
dritte Gruppe hat mit den Kindern gebastelt. Und zwar Laternen für den
St Martins Umzug. Schon vor einigen Jahren gab es einen ersten St
Martins Umzug mit einer Gruppe aus Bocholt. Dazu später mehr…
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Die neuen Trenntoiletten im Bau |
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Das Loch im Boden |
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Die Männer bei der Arbeit |
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Das Laternen basteln |
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Die fertigen Laternen! |
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Die neue Nähschule wird eingerichtet |
Nach
einer ereignisreichen Woche war dann am Samstag die offizielle
Eröffnungsfeier der Schule. Obwohl es die Schule schon etliche Jahre
gibt, war doch nie Gelegenheit, die Eröffnung zu feiern, das wurde jetzt
nachgeholt. Schon seit Wochen wurde geplant, die Schule verschönert und
die Kinder probten kleine Aufführungen für diesen Tag. Draußen wurde
eine kleine Plattform als Bühne errichtet und rundherum standen Zelte
für die Gäste. Es
begann morgens mit einem Gottesdienst. Der Gottesdienst wurde von
ugandischen Priestern gemeinsam mit Pfarrer Hans Hasken gefeiert, der
lange in Bocholt Pfarrer war und schon 2008 bei der Grundsteinlegung
dabei war.
Anschließend
wurden Reden gehalten, die immer wieder durch Tanzeinlagen der Kinder
aufgelockert wurden, bis dann gegen Mittag der offizielle Teil vorbei
war. Danach wurde noch lange getanzt und gefeiert...

Kommen
wir zum St Martins Umzug am Sonntagabend. Nach einem Wortgottesdienst
von Pfarrer Hans Hasken bei dem zusammen gebetet, gesungen und natürlich
auch die Geschichte des heiligen Martin vorgespielt wurde, ging ist
auch schon los. Die bunt bemalten Laternen wurden entzündet und es
folgte ein langer Gang nach Kalege, dem Nachbardorf. Die Kinder sangen
„ich geh mit meiner Laterne“ auf englisch und auf deutsch und hatten
sichtlich Spaß mit den Laternen, auch wenn die ein oder andere Laterne
dann doch aus Sicherheitsgründen ausgepustet werden musste.
Somit
hat sich der Besuch der Gruppe schon seinem Ende zugeneigt. Die letzten
Tage sollten sie dann im Murchison Falls National Park, dem größten
National Park in Uganda, ausklingen lassen. Wieder durften wir mit dabei
sein. Und uns wurde nicht zu wenig versprochen. Schon auf der Fahrt ins
Camp haben wir immer wieder Affen und Vögel gesehen. Bei der Tour durch
den Park haben wir Giraffen, Antilopen, Elefanten, Büffel, Pumbas und
sogar aus der Ferne einen Löwen gesehen. Höhepunkt war aber die
Bootstour zu den Murchison Wasserfällen, denen der Park seinen Namen
verdankt. 3 Stunden lang sind wir gemütlich auf dem Nil gefahren,
konnten die Natur genießen und die Tiere bewundern. Es gab unzählige
Nilpferde und sogar etliche Krokodile. Vorsichtig und leise sind wir
dann so nah es ging an die Tiere heran gefahren, sodass wir sogar ein
riesiges Krokodil aus unmittelbarer Nähe beobachten konnten.
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Der Sonnenaufgang im Nationalpark |
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Giraffen haben wir viele gesehen! | | |
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Das riesen Krokodil! |
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Der "Murchison Fall" (Wasserfall) im Nationalpark - Dieser gibt dem Park seinen Namen |
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Die Gruppe aus Bocholt |
Wir
danken allen der Gruppe für die schöne Zeit, nette Gespräche, aber vor
allem natürlich für das großartige Engagement. Wir haben die Zeit sehr
genossen und behalten sie in guter Erinnerung. Jetzt ist nach diesen
vollgepackten Tagen wieder Ruhe eingekehrt – ein komisches Gefühl, jetzt
wieder alleine zu sein. Jetzt kehrt wieder so langsam der Alltag ein…
Bis zum nächsten Mal
Barbara & Joshua